Charakterstück-Meister Voss im Interview

Schöne Ideen haben viele.
Diese dann auch umzusetzen und immer am Ball zu bleiben, ist der Schlüssel zum Erfolg.
Christian Voss, Creative Mastermind hinter Charakterstück, ist ein solcher Macher.
Der Unternehmer, der die Liebe zum Handwerk am Holz seiner Mutter verdankt, erinnert sich an die Anfänge seiner Karriere und spricht darüber, was es heißt einen Meistertitel zu besitzen, wohin sich der Trend im Handwerk entwickelt und warum er erst glücklich ist, wenn auch seine Kunden es sind.

Christian Voss auf der Bauen & Wohnen Messe (photo: Oliver Werner)
Christian Voss auf der Bauen & Wohnen Messe am vergangenen Wochenende (photo: Oliver Werner)

Herr Voss, was genau unterscheidet einen Meister vom Gesellen?
Warum sollte man denn heutzutage überhaupt noch einen Meister machen, es gibt ja viele handwerkliche Kleinunternehmer, die diese „Strapazen“ nicht mehr auf sich nehmen wollen.

Der Meister kann zu jeder Zeit, auf nahezu jede Situation reagieren, darin ist er geschult. Fehler oder falsche Herangehensweisen fallen beim Durchgang durch die Werkstatt sofort ins Auge. Meine Gesellen fragen sich immer: „Wie macht der das, kaum steht er in der Tür, fragt er, was machst Du da und warum?“
Das Schöne ist auch, dass ich dann fast immer eine Lösung parat habe.
Auch wenn es kompliziert wird und die Nerven mal blank liegen werde ich als Meister besonders gefordert. Wenn sich Mitarbeiter überfordert fühlen, ist es wichtig Ruhe zu bewahren, zu motivieren und Kritik so zu verpacken, dass der Mitarbeiter sich nicht persönlich angegriffen fühlt.
Ebenso wenn Kunden emotional reagieren ist es wichtig erst mal ruhig zu bleiben, sich alle Punkte anzuhören und dann besonnen zu reagieren.

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Der Charakterstücke Messestand auf der Bauen & Wohnen

Natürlich passieren uns Fehler, auch mir, denn es arbeiten Menschen für Menschen.
Das ist es ja auch, was Charakterstück ausmacht; die Liebe zum Detail, zum handwerklichen Prozess und als Endresultat zufriedene Kunden.
Für meine Mitarbeiter und meine Kunden bedeutet der Meistertitel eine Garantie, dass sie sich zu hundert Prozent auf mich verlassen können.

Stichwort: Handwerk. Was hat sich in den letzten Jahren auf dem Markt verändert und wohin geht Ihrer Meinung nach der Trend?

Der Markt entwickelt sich in den letzten Jahren rasant und es ist spannend, dies alles zu beobachten.
Der Trend mit dem größten Impact lässt sich am besten mit dem Slogan „back to the roots“ beschreiben, oder, wie ich auch gerne sage „zurück zur Wurzel“.
Gefragt sind immer mehr Massivhölzer und lebendige Hölzer, z.B. Eiche mit vielen kleinen Ästen. Diese Wachstumsbilder im Holz bewusst hervorzuheben, oder auch das Material nur gering zu hobeln um möglichst viele Bearbeitungsstrukturen zu zeigen, sind nur zwei der handwerklichen Herangehensweisen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.
Die Natur erhält Einzug in Küche, Bad und Schlafzimmer, ohne dabei altbacken zu wirken, denn es besteht durchaus Mut zur Farbe. Momentan sind Apfelgrün und Petrol die Farbfavoriten, aber auch erdige Töne wie Grau, Braun und Beige sind gefragt.

In Kooperation mit dem Partner Spa Ambiente entstehen viele spannende Projekte (photo: Oliver Werner)
In Kooperation mit dem Partner Spa Ambiente entstehen viele spannende Projekte (photo: Oliver Werner)

Nur weil etwas Trend ist, ist es ja nicht automatisch gut. Welche Strömungen beurteilen Sie als Profi positiv und was bereitet Ihnen eher Bauchschmerzen?

Manchmal entsteht der Eindruck, dass einige Kunden, die ein Möbelstück aus Bauholz bestellen, eigentlich nur die Optik meinen, das Stück selbst aber eigentlich gerne aus Kunststoff hätten. Natur bleibt Natur und Altholz bleibt Altholz, das bedeutet, Natur verhält sich nicht so statisch wie Plastik. Ebenso schlägt sich dies oftmals im Preis nieder, denn ursprüngliche, nachwachsende und somit nachhaltige Rohmaterialien haben ihren Preis. Dafür fehlt vielen Laien jedoch das Verständnis, da Bedarf es dann immer viel Aufklärungsarbeit.
Neue und spannende Projekte sind unserer täglicher Motivator.
Die Herausforderung, immer und zu jeder Zeit der Problemlöser für den Kunden zu sein und ist er auch noch so ratlos, das ist es, was mich daran besonders reizt.
Wenn ich und mein wunderbares Team es wieder einmal geschafft habe, die Vorstellung eines Kunden vollends zu erfüllen, erst dann ist ein Auftrag für uns wirklich erledigt.